Tianmen Mountain & Zhangjiajie Nationalpark

Juni 26, 2017

In Zhangjiajie beginnt eine außergewöhnliche Reise zu der markanten Landschaft des filmreifen und aufsehenerregenden Zhangjiajie-Nationalpark, dessen märchenhaften Sandsteinformationen den Hollywood-Blockbuster „Avatar“ inspirierte

Eigentlich wollten wir ja mit dem High-Speed Nachtzug direkt von Shanghai ins 1285 Kilometer entfernte Zhangjiajie fahren, doch der liebe Wettergott hat was anderes mit uns vor. Aufgrund von Überschwemmungen und Felsstürzen führt unsere verlängerte Alternativroute über Changsha nach Zhangjiajie. Ist aber kein Problem, denn die Züge in China sind angenehm und superschnell. Man sollte aber auf jeden Fall ein paar warme Sachen einpacken, da die Kabinen auf gefühlte 10 Grad runtergekühlt werden. In jedem Zugwagen gibt es Wasserspender wo man sich eine heisse Instant-Nudelsuppe oder einen Tee zubereiten kann – eine geniale Idee an die wir in anderen Ländern wehmütig zurückdenken. Nach etwas 17 Stunden im Zug und Wartesaal erreichen wir um 22 Uhr endlich Zhangjiajie, in der Provinz Hunan, wo wir die nächsten drei Tage eingeplant haben.

Die kleine Bergstadt hat in den letzten Jahren vor allem durch den Film Avatar an Bekanntheit gewonnen und bietet einige Attraktionen. Am bekanntesten ist wohl der Zhangjiajie Nationalpark, mit den vielen Karstbergen die wie Pilze in den Himmel schiessen. Daneben bieten der Tianmen Berg mit seinem Himmelstor sowie die längste und höchste Glasbrücke der Welt weitere Sehenswürdigkeiten.

Da der Tianmen Mountain im Süden des Städtchens liegt, beschliessen wir am ersten Tag einen Abstecher auf den Berg zu machen und mit dem Bus gegen Abend nach Wulingyuan, einem der Eingänge zum Nationalpark, zu fahren. Leider haben wir etwas Pech mit dem Wetter und es nieselt schon leicht als wir das Hotel verlassen. Mit zwei farbenfrohen Regenpelerinen im Rucksack gehts auf der kleinen Gondel hoch zur Bergspitze.

Auf der Spitze schlingt sich dichter, feuchter Nebel um uns und die Aussicht entspricht nicht ganz dem Erwarteten. Etwas entäuscht schlüpfen wir in unsere farbigen Plastiksäckchen und starten die Wanderung. An einigen Stellen lichtet sich der Nebel für einige Minuten bis alles erneut im grauen Sumpf versinkt.

Trotzdem finden wir langsam Gefallen, denn wenigstens regnet es nicht wirklich. Kaum erwähnt, fängt es dann doch monsunartig an. Innert Kürze sind wir trotz der Pelerinen völlig durchnässt und entschliessen uns nach ein paar Stunden die Gondel ins Tal zu nehmen. Falls ihr mal in der Gegend seid, würde ich die Wanderung aber trotzdem empfehlen, den bei schönen Wetter, muss sie echt wunderschön sein. Zur Inspiration ein paar Bilder aus dem Internet.

Am Abend geht es weiter nach Wulingyuan von wo aus wir die nächsten zwei Tage Touren in den Zhangjiajie Nationalpark unternehmen werden. Wulingyuan ist ein Dorf direkt am Gate zum Nationalpark und erinnert ein bisschen an ein St.Moritz in China. Es scheint als beliebte Feriendestination für reiche Chinesen die sich vergnügt in Reisegruppen zusammenschliessen – je grösser die Gruppe, umso besser. Ein Standard ist dabei das Fähnchen des Reiseleiters, ehrgeizigere Gruppen kennzeichnen sich zudem auch gerne mit einheitlicher Kleidung. Was überigens auch bei Liebespärchen sehr angesagt ist.

Unser Zweiergespann wirkt etwas verloren inmitten dieser Gruppendynamik, was wir zu unserem Vorteil nutzen und uns schnell nach vorne zu Ticketschalte drängeln (was übrigens in China dazugehört, ansonsten kannst du lange auf dein Ticket warten).

Vom Eingang her fahren Busse an verschiedene Spots die im Park verteilt sind. Obwohl es direkt an den Bushaltestellen meist sehr viele Touristen hat, verteilen sich diese im grossflächigen Park sehr gut. Man muss wissen, dass die chinesischen Reisegruppen meistens ein ziemlich straffes Reiseprogramm haben und daher nur kurz an den Haupt-Ausichtspunkten halten. Sobald man etwas länger läuft, findet man sich schnell an einem einsamen Spot mir einzigartigem Ausblick. Auch der Auf- und Abstieg auf die Karstberge lohnt sich und man entflieht dadurch den Menschenmanssen. Für uns war dieser Nationalpark ein Highlight der Chinareise und sehr zu empfehlen!

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