Jaisalmer – die goldene Stadt

Februar 3, 2016

Ein Farbenmeer aus bunten Saris, klirrende Armreifen aus zartem Glas, exotische Gewürzdüfte und märchenhaften Geschichten. Das magische Rajasthan inmitten der Thar-Wüste zeigt die bunten und mystischen Facetten Indiens auf seine eigene Weise.

In Delhi beginnt unsere zweite Intrepid Tour. Eine dreiwöchige Reise durch Nordindien – durch das königliche Land der Maharajas und ihrer uralten Paläste. Von Delhi geht es los in die Wüste Thars nach Jaisalmer, gefolgt von Jodhpur, Udaipur, Pushkar, Jaipur und zu guter Letzt das Finale in Agra und Varanasi.


Nach einer langen Fahrt im Nachtzug von Delhi nach Jaipur und weiteren sechs Stunden mit Reifenpanne im Bus, erreichen wir am Nachmittag Jaisalmer: die aus Sandstein erbaute goldene Stadt in der Thar-Wüste.

Stolz und erhaben prangt vor uns das alte Fort in den Himmel. Der ehemalige Glanz der prächtigen Sandsteinfestung lässt sich gut erahnen und eine gewisse Melancholie schwingt mit. Unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage, das Deepak Rest House, liegt im Herzen des Forts und das Rooftop Restaurant bietet einen einzigartigen Blick auf das frühere Herrschergebiet.

Nach einem kleinen Orientierungsrundgang zieht es einen Teil der Gruppe in den populären Spezial-Lassi-Shop um die Ecke, welcher auch auf LonelyPlanet grosses Ansehen geniesst. Während wir unsere Lassi-Spezialitäten auswählen, gibt uns der Bangwalla eine Degustationsrunde quer durchs Angebot der Cookies, ChocoBalls und anderen Süssigkeiten. Kurz darauf nippen wir neugierig an unseren Strohhalmen, anfangs noch unsicher wie das Gemisch aus Lassi und der Degustation wohl wirken möge. Eins sei gesagt: der Abend danach war genial :).

Am nächsten Tag geht es los zur Camel-Safari mit Übernachtung unter freiem Himmel. Anfangs posieren wir noch begeistert auf den Rücken unserer stolzen Wüstenschiffe – jeder Schnappschuss soll eingefangen werden. Auch die Kamele machen munter mit, indem sie mittels einem röhrenden Gurgelgeräusch alle paar Minuten ihre Mägen nach aussen stülpen und zur Schau stellen. Anfangs blicken wir entsetzt auf dieses Spektakel – nach zahlreichen Wiederholungen gewöhnt man sich aber dann doch schnell daran.

Mit wundem Po erreichen wir nach einem 2.5-stündigen Ritt endliche unser Nachtlager und geniessen bei einem frisch gebrauten Chai den Sonnenuntergang.

Uns war das im Vorhinein nicht bewusst, aber die Nächte in der Wüste können erstaunlich kühl werden. Kurz nach Sonnenuntergang schleicht sich die eisige Kälte aus dem Hinterhalt an uns heran und umhüllt heimtückisch unsere frierenden Körper. Zitternd kuschle ich mich unter der dicken Decke an Mike, in der Hoffnung etwas von seiner Wärme abzugewinnen. Wir richten unseren Blick auf den von Sternen übersäten Himmel, bis wir irgendwann die Kälte vergessen und uns der Schlaf langsam übermannt.

Am Morgen geht es nach dem Frühstück in Richtung Stadt zurück. Der Ritt auf den Kamelen ist heute leider nur noch halb so amüsant. Bei jedem Tritt gibt es einen Schlag auf einen der vielen blauen Flecken, daher sind wir froh als wir um die Mittagszeit das Hotel erreichen.

Aus unserer Sicht war Jaisalmer einer der schönsten und faszinierendsten Orte in ganz Indien. Falls ihr jemals die Möglichkeit habt hierhin zu reisen, plant unbedingt genügend Zeit ein und nimmt für eine Nacht in der Wüste unbedingt einen Schlafsack und genügend warme Kleider mit.

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